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18.04.10 20:00 Alter: 1271613600

+++verschoben +++ 18.04.2010 Eine Verhängnisvolle Affäre

Kategorie: Highlight

Von: pl

Martina Gedeck - Sebastian Knauer: Robert Schumann und ein Mädchen wie aus dem Buch der Lieder. +++ Wegen Krankheit vom 28.2.2010 auf den 18.4.2010 verschoben. Erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit.+++

Uraufführung im Ballsaal im Alten Kurhaus Aachen, 20:00 Uhr

Foto: Bernd Schröder

Die Collage aus Musik und Text führt von Schumanns letzter Lebensphase in der Endenicher Nervenheilanstalt zurück in seine unruhigen Jugendjahre, die nicht nur von leidenschaftlicher Begeisterung für Musik und Literatur geprägt waren, sondern auch von übermäßigem Alkoholkonsum und zahlreichen Liebschaften. Vor seiner Ehe mit Clara Wieck war er über mehrere Jahre in Leipzig mit der Kellnerin eines Kaffeehauses liiert, die ebenso wie er selbst für die Gedichte des jungen Heinrich Heine schwärmte und mit ihm in gemeinsamen Liebesnächten oft in dem „Buch der Lieder“ las. Seinem Arzt in Endenich berichtete er gut zwanzig Jahre später, dass er sich während dieses Verhältnisses mit Syphilis angesteckt habe, was den Mediziner in der Diagnose bestärkte, dass sein Patient an fortschreitender Paralyse als Spätfolge einer Infektion leide. Dargestellt wird die Geschichte der „verhängnisvollen Affäre“ anhand von Zitaten aus Tagebüchern, Briefen, Krankenakten und sonstigen Zeitdokumenten, die zu einer Art Augenzeugenbericht der Schriftstellerin Gisela von Arnim, einer engen Bekannten des Geigers und Brahms-Freundes Joseph Joachim, zusammengestellt sind. Als junge Frau hat sie Schumann im Frühjahr 1855 zusammen mit ihrer berühmten Mutter Bettina in Endenich besucht und miterlebt, wie sich der Komponist überraschend klar und ohne Anzeichen von Verwirrung an viele Stationen seines Lebens erinnerte.

Im Zentrum des als Rahmenerzählung angelegten Textes stehen Schumanns Hinwendung zur Musik nach Abbruch seines Jura-Studiums und seine Anfänge als zunächst auf das Klavier konzentrierter Komponist.

Der ihn tief bestürzende frühe Tod Franz Schuberts spielt ebenso eine Rolle wie die persönliche Bekanntschaft mit Heine und seine publizistische Tätigkeit in der „Neuen Zeitschrift für Musik“. Den musikalischen Mittelpunkt bilden Klavierwerke von Robert Schumann. Daneben stehen Stücke des von ihm bewunderten und verehrten Franz Schubert sowie Kompositionen von Johannes Brahms, dessen geniale Begabung Schumann kurz vor der Einlieferung in die Nervenheilanstalt im letzten Artikel für seine ehemalige Zeitschrift unter der Überschrift „Neue Bahnen“ emphatisch gewürdigt hat.