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Wort trifft Musik: Klaus Maria Brandauer & Sebastian Knauer „Wolfgang Amadeus Mozart – Er will allweil seine Freiheit haben“

18.11.2022, 20:00 Uhr

Es ist ein Briefwechsel, der ungeahnte Einblicke in das Leben eines Genies verschafft:

Wolfgang Amadeus schriftlicher Austausch mit seinem Vater Leopold Mozart und mit Josef Bullinger, einem Freund der Familie Mozart, erzählt die Geschichte einer Emanzipation in den Jahren 1777 und 1778. „Er will allweil seine Freiheit haben“ lautet denn auch das Fazit von Leopold Mozart, nachdem sein hochbegabter Sohn sich immer weiter von ihm entfernt und seine eigenen Wege verfolgt hatte.
Die musikalische Lesung von Klaus Maria Brandauer zusammen mit dem Pianisten Sebastian Knauer beleuchtet eben jenen Briefwechsel zwischen Vater und Sohn.

Im Mittelpunkt des Abends steht eine Reise nach Paris, Wolfang Amadeus Mozarts erste Unternehmung ohne seinen Vater.
Erstmals musste der junge Musiker ohne die prägende Figur zurechtkommen und auch das Ausbleiben von Erfolg und Anerkennung aushalten.

Dazu stirbt in Paris die Mutter, die die Reise begleitet hatte. Die Briefe von Wolfgang Amadeus Mozart offenbaren die Versuche aufzubrechen, sich zu befreien und die gewonnenen Freiheiten gegen den Vater zu verteidigen.

W.A. Mozart:
Klaviersonate C-Dur KV 309
Klaviersonate A-Dur KV 331
Klaviersonate F-Dur KV 332
Klaviersonate c-Moll KV 457
Ave Verum KV 618

Klaus Maria Brandauer

Nach dem Abitur 1962 begann Brandauer ein Studium an der Stuttgarter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, das er nach zwei Semestern abbrach.

1963 hatte er sein Debüt als Claudio in Shakespeares Maß für Maß am Landestheater Tübingen. Später war er am Theater in der Josefstadt in Wien engagiert. Erstmals einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde er durch seine Mitwirkung an der letzten Inszenierung von Fritz Kortner (Emilia Galotti, Theater in der Josefstadt 1970).
Seit 1972 ist Brandauer Ensemblemitglied und Regisseur am Wiener Burgtheater. Er lehrt als Professor am Max Reinhardt Seminar in Wien und ist zudem Vorsitzender des Vereins
„Poesie im Ausseerland“, der jeden Sommer Kulturprojekte realisiert (u.a. mit Studenten des Wiener Max-Reinhardt-Seminars den Sommernachtstraum von William Shakespeare).

International bekannt wurde er 1981 mit der Rolle des Hendrik Höfgen in der Verfilmung des Klaus-Mann-Buches Mephisto unter der Regie von István Szabó. Auch für Oberst Redl (1985)
und Hanussen (1988) arbeitete Braundauer mit Szabó zusammen. Alle drei Filme wurden für den Oscar als Bester fremdsprachiger Film nominiert, Mephisto erhielt die Auszeichnung.
Einen weiteren großen internationalen Kinoerfolg feierte Brandauer als Maximilian Largo, Gegenspieler von Sean Connery im James-Bond-Film Sag niemals nie (1983). An der Seite
von Connery spielte Brandauer erneut in dem hochgelobten Spionagethriller Das Rußland- Haus (1990).

Brandauer ist einer der wenigen Österreicher, die sich auch in Hollywood einen Namen machen konnten; er bekam mehr amerikanische Kritikerpreise als irgendein anderer
deutschsprachiger Filmschauspieler. Für die Rolle des Baron Bror Blixen-Finecke in Jenseits von Afrika erhielt er den Golden Globe und eine Oscar-Nominierung.
Anlässlich des sogenannten Mozart-Jahres – die Würdigung von Mozarts 250. Geburtstag – wurde Brandauer als Sprecher für eine Rezitation von Mozarts Briefen engagiert.

Im Jahr 2006 sendeten die Landesrundfunkanstalten des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks jeden Tag die Lesung eines Briefes, eingerahmt durch Musik von Mozart.
2006 führte er in Berlin im wiedereröffneten Admiralspalast Regie bei der Inszenierung von Bertolt Brechts Dreigroschenoper, bei der unter anderem Katrin Sass und Campino
mitwirkten. Die Wiedereröffnung der Spielstätte anlässlich Brechts 50. Todestag war bis zuletzt gefährdet, die Proben verliefen parallel zu den unvollendet gebliebenen Bauarbeiten.
Trotz einiger schlechter Kritiken und einhelliger Ablehnung bei der Premiere sahen in sieben Wochen über 70.000 Zuschauer die Inszenierung, was sie zu einer der erfolgreichsten
Theaterproduktionen machte.
Beinahe gleichzeitig inszenierte Brandauer an der Oper Köln Richard Wagners romantische Oper Lohengrin, deren Premiere den Beginn der Spielzeit am 9. September 2006 einleitete.
2007 war Klaus Maria Brandauer in Berlin als Wallenstein in Peter Steins Großprojekt zu sehen, das mit dem Berliner Ensemble realisiert wurde. Im Januar 2008 spielte Klaus Maria
Brandauer zusammen mit Sebastian Koch die Hauptrolle in der internationalen Kino-Produktion Das Verhör des Harry Wind nach dem gleichnamigen Roman von Walter Matthias
Diggelmann. Im Mai und Juni 2008 drehte Klaus Maria Brandauer unter der Regie von Francis Ford Coppola den Film Tetro in Argentinien.

Foto: Nik Hunger (K.M. Brandauer), Martin Förster (S.Knauer)

Vita
„Eine Klasse für sich! Sebastian Knauer überzeugt wie nur wenige
Pianisten, mit Genauigkeit und unsentimentaler Nachempfindung.“
ARTE TV Kulturjournal
Seit seinem Konzertdebüt mit 14 Jahren in der Laeiszhalle seiner Heimatstadt Hamburg, kannder Pianist Sebastian Knauer inzwischen auf eine über 30 Jahre dauernde Konzertkarriere
zurückblicken. Das seriös wirkende „Understatement“, kombiniert mit höchster Musikalität, prägt sein Spiel und seinen Stil, hat ihm zahlreiche Erfolge eingebracht und seinen Namen in
der internationalen Musikwelt fest etabliert.
In über 50 Ländern auf 4 Kontinenten hat er bereits konzertiert und besucht dabei immer wieder bedeutende Bühnen, wie das Konzerthaus und die Philharmonie in Berlin, die Kölner und
Münchner Philharmonie, das Gewandhaus Leipzig, das Concertgebouw Amsterdam, die Wigmore Hall London, das Théatre des Champs – Elysées Paris, die Tonhalle Zürich, das
Wiener Konzerthaus, das Auditori Barcelona, den Sala Verdi Mailand, oder in Übersee den Lincoln Center New York, die Koerner Hall, Toronto, das Herbst Theater San Francisco, die
Knight Concert Hall Miami, das Téatro Municipal in Sao Paulo und Rio de Janeiro, die Oriental Concert Hall in Shanghai, die Forbidden City Concert Hall Peking, die Toppan Hall Tokio oder
dem Performing Arts Center Hong Kong.
Sebastian Knauer sehr umfangreiches und vielseitiges Repertoire spiegelt sich in seinen inzwischen über 15 CD-Veröffentlichungen wieder. Für seine CD „ÜBERBACH“ wurde er 2017 mit dem Klassik ECHO ausgezeichnet.
Mit dem Dirigenten Sir Roger Norrington verbindet er seit vielen Jahren eine besonders enge Zusammenarbeit und Freundschaft. Bereits 2006 hat er mit ihm und der Camerata Salzburg
eine Mozart CD bei Warner Classics veröffentlicht, die von der ZEIT als eine der besten Mozartaufnahmen aller Zeiten bezeichnet worden ist. 2011 erschien dann bei Berlin Classics
eine weitere gemeinsame Aufnahme, „Bach & Sons“ gemeinsam mit dem Zürcher Kammerorchester. 2017 entstand die Aufnahme „Bach & Sons II“.
Beide Einspielungen erhielten international höchstes Lob. Von „Brilliant“ (Stern) über „Fantastisch“ (Neue Zürcher Zeitung) bis zu „Exzellent“ (Die Presse Wien) mangelte es nicht
an Begeisterung der Presse.
Im Oktober 2013 erschien die von ihm selbst produzierte CD mit Sir Roger Norrington, „Vienna 1789“ mit Klavierkonzerten von Mozart und Beethoven. „Großer Wurf“ (Fono
Forum), „Ein Genuss“ (RBB Berlin), „Unglaubliche Anschlagskultur“ (BR Klassik) waren u.a. die jüngsten Zitate der Presse dazu.
Die vergangenen Aufnahmen für Berlin Classics, Warner Classics, Deutsche Grammophon und Naxos umfassen Werke von Mozart, Haydn, Beethoven, Mendelssohn und Schubert sowie von
den amerikanischen Komponisten Gershwin, Barber, Bernstein und Copland. Das mit seinem Duopartner Daniel Hope gemeinsam eingespielte Projekt „East meets West“ wurde 2005 mit
einem Klassik – Echo und einer Grammy – Nominierung ausgezeichnet. Sebastian Knauer hat gerade einen Vertrag mit Sony unterschrieben. Die erste CD – Veröffentlichung ist für Ende
2019 geplant.
Sebastian Knauer hat mit zahlreichen Dirigenten gearbeitet, wie Fabio Luisi, Jaime Martin, Thomas Hengelbrock, Neeme Järvi, Vladimir Fedosseyew, Vladimir Spivakov, Ingo Metzmacher, Philippe Entremont, John Axelrod, Markus Poschner, Jesús López Cobos, Simone Young, Michael Sanderling oder Jaap van Zweden.
Mit den Philharmonikern Hamburg spielte Sebastian Knauer zyklisch alle 27 Mozart-Konzerte, mit den Bamberger Symphonikern sämtliche Haydn-Konzerte, beide Orchester vom Klavier
aus leitend. Er konzertierte außerdem mit der Dresdner Staatskapelle, dem NDR Symphonieorchester, dem Konzerthausorchester Berlin, dem Philharmonia Zürich, Bournemouth Symphony, dem Orchestre de Chambre de Paris, dem Wiener Kammerorchester, der Camerata Salzburg, den Luzern Festival Strings, dem Chamber Orchestra of Europe, den Orquesta Nacional de España, dem Orquestra Sinfònica de Barcelona i Nacional de Catalunya, dem New York City Opera Orchestra, dem New Century Chamber Orchestra San Francisco und dem Shanghai Philharmonic.

Der Kammermusik sehr eng verbunden, musiziert er in zahlreichen Projekten mit so großartigen Kollegen wie dem Emerson String Quartet, dem Philharmonia Quartett Berlin, Renaud Capuçon, Sabine Meyer, Albrecht Mayer, den Cellisten Sol Gabetta, Jan Vogler und Alban Gerhardt, den Sängern Anne Sofie von Otter, Bernarda Fink, Christiane Karg, Mojca
Erdmann, Michael Schade, Olaf Bär und (zu Lebzeiten) Hermann Prey sowie dem Choreographen John Neumeier und den Schlagzeugern Steward Copeland („The Police“) und Jason Marsalis.

Außerdem war er 2016 Mitbegründer des Projekts „Hamburger Piano Sommer“, wo er gemeinsam mit den Pianisten Martin Tingvall, Axel Zwingenberger und Joja Wendt vier verschiedene Genres in einem Konzert verbindet. Bis zu vier ausverkaufte Abende in der Hamburger Staatsoper hintereinander oder auch zuletzt mehrere tausend Zuhörer beim Klassik
Open Air am Berliner Gendarmenmarkt zeigt den großen Zuspruch dieser einzigartigen Kombination.

Er ist regelmäßiger Gast auf Festivals wie dem Schleswig Holstein Musikfestival, in Mecklenburg Vorpommern, dem Rheingau Musikfestival, Klavierfestival Ruhr, Beethovenfest Bonn, Musikfest Bremen, Schubertiade Hohenems, Wien, den Salzburger Festspielen, Gstaad, Vevey/Montreux, Bath, London, Colmar, Lincoln Center New York, Ravinia, Savannah, Santo
Domingo sowie dem Shanghai Arts Festival.
Durch sein öffentliches Engagement für zahlreiche, wohltätige Institutionen, aber auch durch sein großes Interesse am weltpolitischen Geschehen, macht er immer wieder durch besondere
Projekte von sich reden. Am, 13.7.2017 spielte und organisierte er zusammen mit dem Hamburger Abendblatt ein Sonderkonzert für über 1000 Polizistinnen und Polizisten mit ihren
Partnern im Großen Saal der Elbphilharmonie Hamburg. Das Konzert nannte er „RESPEKT“, als ein Zeichen der Anerkennung für deren Einsatz im Rahmen der schweren Ausschreitungen
während des G20 Gipfels in seiner Heimatstadt.
Das Repertoire von Sebastian Knauer ist daher besonders vielseitig und umfangreich. Immer wieder sucht er neue Schwerpunkte, die er in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt. Seit 2001 hat
er zahlreiche „Wort trifft Musik“ – Programme geschaffen, in denen stets ein Komponist im Mittelpunkt steht. Sebastian Knauer konzipiert dabei auch die Texte über dessen Leben, die von
Schauspielern auf der Bühne rezitiert werden. Mit inzwischen über 200 Auftritten dieser Art hat er regelmäßig Martina Gedeck, Iris Berben, Gudrun Landgrebe, Barbara Auer sowie Klaus
Maria Brandauer und Ulrich Tukur an seiner Seite. Einige Programme sind auf CD erschienen, wie „Bettina v. Arnim und Ludwig v. Beethoven – In einem Weltmeer von Harmonie“ bei der
Deutschen Grammophon.
Die bereits immer vorhandene Begeisterung für das Organisieren, hat Sebastian Knauer 2012 mit der Gründung seines eigenen Festivals mozart@augsburg, dessen Künstlerischer Leiter er
zusätzlich ist, bestätigt. Jeweils in der ersten Septemberhälfte, veranstaltet und programmiert er in der Mozartstadt Augsburg Konzerte, wo er Künstler wie András Schiff, Menahem Pressler,
Philippe Entremont, Sir Roger Norrington, Daniel Hope, Jan Vogler, das Emerson String Quartett, Lars Vogt, Christian Tetzlaff, das Artemis Quartett, Hannelore Elsner, Klaus Maria Brandauer, Alfred Brendel, Rudolf Buchbinder, das Zürcher Kammerorchester oder den Wiener Concertverein präsentiert.

Das größte Konzert, welches er dort durchführte, war in 2017 ein Konzert des Orchesters und Chors des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons mit dem Mozart
Requiem.
Seit 2017 konzipiert er ausserdem die Internationale Musikfestwoche Bad Berleburg.

Sebastian Knauer lebt in seiner Heimatstadt Hamburg, in der er 1971 geboren wurde und mit der er familiär seit dem 18. Jahrhundert eng verbunden ist

Kosten

Eintritt

VVK: 62,00 € / 55,00 € (ermäßigt)
AK: 75,00 € / 65,00 € (ermäßigt)

zzgl. VVK-Gebühren

Nummerierte Platzkarten, keine freie Platzwahl

Info

Adresse

Ballsaal im Alten Kurhaus
Komphausbadstr.19
52062 Aachen

VVK-Stellen

Veranstalter

Kulturbetrieb der Stadt Aachen